Die Headline hätte auch “Bergen heißt Buddeln | Bergen im Gelände | Hacke & Schüppe | Sand, Matsch & Schnee” oder schlicht “Bergeausrüstung” heißen können. So oder so speziell für Overlander wie wir, sowie Offroader aller Coleur ist Bergematerial ein wichtiger Bestandteil der Ausrüstung. Wer seinen Bulli, Transporter, Van, sein Expeditionsmobil oder Reisefahrzeug abseits regulärer Straßen bewegen möchte, sollte sich mit dem Thema Bergen intensiver beschäftigen. Fahrer eines Land Rover Defender, Jeep oder Land Cruiser sowieso. Da nennt man dies artgerechte Haltung. Denn man will ja nicht nur rein ins Gelände kommen, sondern vor allem auch wieder raus.

Leidenschaft Bergen & Buddeln

Offroad, eine Leidenschaft die Leiden schafft? – Es soll ja Menschen geben, die Ihr Fahrzeug gern soweit in den Dreck fahren, dass von vornherein klar ist, hier wird gebuddelt. Zu diesen Menschen gehören wir in der Regel nicht.  Ausnahmen bilden lediglich entsprechende Trainings. Dafür lieben wir es umso mehr wild & frei an einsamen Stränden, am Bergsee oder auf einer Klippe zu stehen.

Dies bringt halt das Risiko mit sich, dass man vielleicht auch mal anpacken muss. So etwas passiert ja nicht alle Tage. Doch man kann sich sicher sein, dass man dann ohne ADAC & Co auskommen muss und darf. Wahrscheinlich ist sowieso kein Funknetz vorhanden. Ist halt ein Netz und somit löchrig. Sonst hieße es ja Teppich.

Bergematerial im SpaceCamper: Schäkel, Seilwinde, kinetischer Bergegurt, Terranger Wagenheber, Drehmomentschlüssel, Ratschengurt, Vielzahn Schlüsselsatz im Seitenschrank
Bergen: VW T6.1 SpaceCamper mit Terranger Offorad Modifikationen festgefahren im Sand als Übung
Bergematerial im SpaceCamper: Schäkel, Seilwinde, kinetischer Bergegurt, Terranger Wagenheber, Drehmomentschlüssel, Ratschengurt, Vielzahn Schlüsselsatz

Vorbeugen ist besser als heilen

Damit wir erst gar nicht in die Situation kommen, uns über das Thema Bergen Gedanken zu machen, haben wir unseren BUTCH schon möglichst Offroad tauglich gemacht. Hierzu gehören 4Motion (so nennt man bei VW die 4WD, sprich Allrad Version), plus Bergabfahrassistent und Differenzialsperre.

Terranger

BF Goodrich All Terrain Bereifung sowie diverse Umbauten durch die Firma Terranger, dem VW Offroad- und Reisetechnik Spezialisten. Hier und hier sind diese Umbauten genauer beschrieben. Fazit hierzu: Nun geht mit dem VW Bus viel, viel mehr, als man denkt. Dennoch ist man nicht davor gefeit, mal tiefer im Schlamm oder Sand zu stecken.

Check-Up

Was On-Road eine Selbstverständlichkeit sein sollte, wird im Gelände zur Pflicht. Reifen, Motor und Getriebe werden bereits auf der Straße stark beansprucht. Off-Road potenziert sich das. Piloten nennen es Preflight-Check, die Überprüfung des technischen Zustandes des Luftfahrzeugs vor dem Flugbetrieb. Gerade weil wir nicht abheben wollen, sollten wir umso genauer darauf achten.

  • Ist der Motor warm?
  • Ist der Ölstand geprüft?
  • Stimmt der Luftdruck der Reifen?
  • Wurde über ASR/ESP-Taste die Antriebsschlupfregelung, auch Antischlupfregulierung genannt, deaktivieren?
  • Wurde die Start-Stop Funktion deaktiviert?
  • Falls DSG Doppelkupplungsgetriebe, wurde dieses auf manuelle Gangwahl umgestellt?

Bei neueren Fahrzeugen wie dem T6, ist immer auf diese elektronischen Helferlein zu achten. Auf einer matschigen Wiese, Sand, sowie Schlamm, ist ein leichtes Durchdrehen der Räder nicht nur normal, sondern nötig, um voranzukommen. 

Auch das ESP würde ansonsten bei durchdrehenden Rädern die Motorleistung senken. Dies würde dazu führen, dass das Fahrzeug immer langsamer und im Extremfall zum Stehen kommt. Sicher nicht gewünscht.

Dass uns die Elektronik der Start-Stop Funktion dann noch on Top den Motor abstellt, ist noch weniger gewünscht. Achtung: Bei den neueren VW Modellen müssen diese Systeme nach jedem Neustart ebenfalls erneut abgestellt werden.

Co-Pilot

Abseits der Straße wird aus einem schlichten Beifahrer, schnell ein Co-Pilot oder wie in unserem Fall eine Co-Pilotin. Jetzt gilt es den Fahrer über Stock & Stein zu lotsen. Von außen lassen sich kritische Situationen oft besser voraussehen. Ab und zu macht es Sinn, die Wegstrecke vorher gemeinsam oder einzeln abzugehen. Für bessere Verständigung kann ein Funkgerät sorgen.

Seilwinde

Wohl dem, der jetzt einen Partner mit Seilwinde dabei hat. Doch wir sind meist allein unterwegs. Und auf eine Seilwinde haben wir aufgrund des Gewichtes verzichtet. Dabei haben wir uns länger damit beschäftigt. Am Besten hat mir das Seilwinden-Konzept von Terranger gefallen. Denn dieses  hat eine Zugkraft von 7.000 kg und ist so konstruiert, dass die Winde wahlweise nach vorne oder hinten zieht. Bergen ist so in beide Richtungen möglich. Durch die Unterbringung in der Ersatzradmulde ist die Seilwinde nach außen unauffällig. Doch auch dies wäre bei uns nicht möglich gewesen. An dieser Stelle ist schon unser Wassertank untergebracht.

Bergeösen | Bergelaschen | Anschlagpunkte

Dennoch hat es sich für uns gelohnt, sich mit dem Thema Seilwinde zu beschäftigen. Denn hierbei wird schnell klar, dass noch wichtiger, als eine Seilwinde, das Thema verstärkte Abschleppösen ist. Diese werden oft auch als Bergelaschen, Bergeösen oder Anschlagpunkt bezeichnet. Denn die vorhandene Abschleppöse ist für die Straße gedacht, und den Anforderungen im Gelände nicht gewachsen. Erkennt man einfach daran, dass man mit etwas Power ein Auto und selbst einen Bus auf der Straße anschieben oder am Apschleppseil ziehen kann. Versuch das mal, wenn die Karre buchstäblich im Dreck steckt. 

Bergeösen helfen, denn diese verteilen nicht nur die Last auf zwei Lastpunkte, sondern sind deutlich stärker mit der Konstruktion verbunden. Zu diesem Thema stellen wir Euch bewusst zwei Links zur Verfügung. Relleum Design (hierher stammen auch unsere Airline Schienen) und Terranger. Ersterer ist etwas preiswerter, dafür bietet zweiterer einen Einbauservice. Für uns war der Service wichtiger. Terranger bietet zusätzlich auch noch Bergeösen für hinten an. Diese waren bei uns jedoch nicht möglich, da der Wassertank keinen Platz hierfür ließ. So muss die Anhängerkupplung herhalten. Auch diese ist eigentlich zum Bergen nur bedingt geeignet und stellt somit einen Kompromiss da.

Schäkel

Wir haben bisher zwei Größen von Schäkel an Bord. Zum einen zwei feuerverzinkte Schäkel mit einer Arbeitslast von jeweils 6.5 Tonnen. Sowie einen größeren Schäkel. Dieser wird an der Anhängerkupplung montiert und verhindert die Gefahr, dass beim Ziehen schräg nach oben der Gurt abrutscht. Dieses kann bei einer Gurt-Schlaufe oder einem Softschäkel schnell passieren.

Der Softschäkel hat im Gegenzug, einerseits den Vorteil, dass er Gewicht spart. Und andererseits sind diese ideal um Seile oder Gurte zu verbinden.  In der richtigen Dimensionierung sollte ein Stahlschäkel halten, was er verspricht.  Doch falls er unter Zug reißt, entsteht schnell ein tödliches Geschoss.  Deshalb ergänzen wir Softschäkel für unsere nächste Tour.

Seilzug

Die mühevollere, aber dafür bei weitem preiswertere Alternative zur Seilwinde ist der Hand-Seilzug. Wir haben uns für einen Kerbl Seilzug entschieden, nachdem wir bei einer Bergeübung im Fursten Forest, ein  VW Crafter Wohnmobil, somit kein Leichtgewicht, aus dem Sand gezogen haben. Wichtig: Achtet auf die 4 Tonnen Variante.

Bergen mit Seilwinde, Bergegurt im Einsatz
Terranger Schaufel im Einsatz
Bergeübung T6.1 festgefahren

Sandbleche | Schaufel | Spaten

Wer sein Fahrzeug ohne die Hilfe einer Winde bergen muss, sollte vor allem Arbeitshandschuhe, Schaufel, alternativ Spaten, sowie Sandbleche an Bord haben. Wir haben uns hierbei für einen Fiskar Klappspaten entschieden. Dieser ist sowohl als Schaufel, Spaten sowie als  Hacke einsetzbar. Zusammengeklappt ist dieser vor allem schön klein.

Ebenso kommen einem manchmal Äste, ein dickerer Ast oder sogar Baumstämme in den Weg. Das entsprechende Werkzeug hilft nicht nur dabei Feuerholz machen, sondern kann auch dabei helfen Schäden zu vermeiden oder einfach wieder frei zu kommen. Deshalb haben wir ebenso ein kleines Beil, auch Trekkingbeil oder Handbeil genannt, sowie ein Schweizer Gertel. Dies ist sozusagen die Schweizer Variante einer Machete. Unsere Handsäge ARS CT-32PRO vervollständigt die kleine Holzwerkstatt. Falls kein Globetrotter in der Nähe ist, haben wir ebenfalls einen Amazon Link angehängt. Diese ist dann von Fiskar.

Wer einen Offroad Bulli fährt und was auf sich hält, hat natürlich Schnorchel und Sandbleche montiert. Ach ja, wir haben ja gar keinen Schnorchel. 😢 Unsere Luftansaugung ist zwar höher gelegt, liegt nun jedoch unsichtbar im Wasserkasten. Macht sich natürlich nicht so schön vor der Eisdiele.

Bergen mit MAXTRAX

Dafür sind unsere schwarzen MAXTRAX Bergungsboards, auf der Motorhaube ein echter Hingucker. Wir haben uns aber vor allem für die MAXTRAX, anstelle Alu Sandbleche entschieden, da diese auch zur Überfahrt geeignet sein sollen. Man muss schon sagen die Dinger wirken Wunder. Seit wir sie besitzen, haben wir uns nicht mehr soweit festgefahren, dass wir sie brauchten. Bisher reichten immer ein paar Steine aus. Ach ja, wir hatten ja oben das Thema im Schlamm spielen. Hierzu empfehle ich das Video eines VW T6 Fahrers aus Australien. Dieser zeigt seine Bergeübung, und die entsprechende Anwendung der Maxtrax beim Bergen im Schlamm. Bin gespannt, ob ich daran denke, es zu filmen, wenn es erstmal soweit ist.

Bergegurte | Bergeseil

Für den Fall, dass Schaufel und Sandbleche nicht ausreichen, helfen Winde, Seile und Gurte. Hierbei sollte vor allem Sicherheit die höchste Priorität haben. Die notwenigen Angaben, wie Bruchlast, Sicherheitsfaktor (SF) und vor allem Working Load Limit (WLL) sind in der Regel direkt auf dem Bergematerial ersichtlich. Diese Werte sind zur Einschätzung bezüglich der Belastbarkeit des Gurtes, und somit zur eigenen Sicherheit notwendig. Ebenfalls sollte Angaben bereits in der Beschreibung vorhanden sein. Falls nicht, besser einen anderen Anbieter suchen.

In den Beschreibungen wird jedoch häufig die Bruchlast herausgestellt, sprich wann das Bergemittel, der Gurt oder das Seil bricht oder reißt. Wir wollen ganz sicher nicht das Material so strapazieren, bzw. bis an die Bruchlast beanspruchen. Es sollten immer Reserven für eventuelle Spitzenlasten vorhanden sein. Um das Risiko zu minimieren, raten Profis dazu diese Reserve mit mindestens 50 Prozent anzusetzen.

Sicherheitshinweise

Bei gutem Bergematerial ist jedoch zusätzlich der Sicherheitsfaktor (SF) angegeben. Dieser ist von der Bruchlast abzuziehen. So ergibt sich das Working Load Limit (WLL), auch Nenntragfähigkeit oder maximale Arbeitslast genannt. Dies ist der für uns entscheidende Wert.

Wir haben einen drei Meter langen Bergegurt an Bord. Dieser kann mittels Schäkel an die Bergeösen befestigt werden. So entsteht ein Gurtdreieck, welches die Last über den Rahmen verteilt.

Zusätzlich ist ein 10 Meter langer Bergegurt vorhanden. Beide Gurte dehnen sich praktisch nicht. Somit sind sie dafür geeignet, wenn unser Bus kontrolliert gezogen wird oder gesichert werden muss. Dies kann z.B. in Schräglage eintreten. Die zehn Meter Variante eignet sich somit auch zur Verlängerung, z.B. für unsere Handwinde. Dies erfolgt dann mit dem Softschäkel.

Sichern

Nicht immer steht ein Fels oder Baum in der Nähe. Und das Ersatzrad als Anker zu vergraben, mag ja gehen, ist aber auch eine Heidenarbeit. Um im Fall der Fälle noch zur Seite spannen zu können, haben wir uns noch einen Ratschen- Spanngurt zugelegt. Denn wenn es rutscht, rutscht es. Ebenfalls haben wir noch eine Rundschlinge an Bord. Diese schont den armen Baum, der als Anker dienen muss.

In Schräglage gilt den Gurt möglichst hoch oben am Fahrzeug anzubringen. Da man hier in der Regel keine Anschlagpunkte hat, kann schon mal die Halterung der Markise genutzt werden. Hierbei sollte dem Sicherungsgurt nur wenig Spielraum gegeben werden. Ca. zehn bis zwanzig Zentimeter. Wenn das Fahrzeug kippt, ist der Weg somit kurz, der Ruck somit sanft. Keine Sorge der Gurt hält, doch die Belastungsgrenze der Markisenhalterung ist begrenzt. Um unnötige Kippbewegungen zu vermeiden bitte langsam fahren. Jeder Schwung verstärkt die Belastung. Am Ende wäre dann der Schaden an der Markise sicher das kleinste Thema. Keiner will sein Fahrzeug auf die Seite legen. Und eines kann ich Euch inzwischen aus Erfahrung sagen, wenn ein Fahrzeug kippelt ist dies kein gutes Gefühl. Gar keins! Erspart Euch diese unnötige Bergung.

Terranger Hydraulischer Teleskop-Wagenheber, 5000 kg im Einsatz
Terranger Wagenheber, Drehmomentschlüssel: Werkzeug zum Bergen in Offroad Gelände
Terranger Hydraulischer Teleskop-Wagenheber, 5000 kg im Einsatz

Kinetisches Bergeseil

Auch ein kinetisches Bergeseil gehört zur unserer Berge-Ausstattung: Dieses eignet sich hervorragend für die schonende Bergung von fest gefahrenen Fahrzeugen. Insbesondere in festem Schlamm oder Sand die erste Wahl. Durch die hohen elastischen Eigenschaften des Seils wird die Kraft beim Anfahren deutlich besser verteilt. Der von einem festen Gurt bekannte Ruck wird vermindert, und die Fahrzeuge werden geschont.

Das ist vor allem dann ein Vorteil, wenn eines der Fahrzeuge deutlich stärker ist. Denn was bringt es, wenn einem beim Bergen der Rahmen buchstäblich auseinander gerupft wird. Dennoch ist auch hier Vorsicht geboten. Zwar ist es von Vorteil, dass das Zugfahrzeug nicht, wie beim Bergegurt, langsam anfahren muss. So kann zusätzliche Kraft aufgebaut werden. Diese Energie wird durch die Dehnungsfähigkeit des Materials, zuerst im Seil gespeichert. Gerade deshalb gilt es nicht zu übertreiben und möglichst gerade zu ziehen. So wird sicher gestellt, dass nicht zu viel Energie auf das Fahrzeug wirkt und kein unkontrollierbarer Schwung zur Seite entsteht.

Deshalb gilt, lieber zwei oder drei Versuche, anstatt beim ersten Mal Schaden anzurichten. Beim Bergen wird immer im Vorwärtsgang gezogen. Der Rückwärtsgang ist hierfür nicht ausgelegt. Und ein Getriebeschaden ist teuer!

Offroad Wagenheber

Blöd, wenn der Radwechsel gerade im Gelände ansteht. Denn hier kommen zwei Faktoren zusammen, die dieses Thema erschweren. Zum einen ist beim Bergen im Gelände oft ein deutlich größerer Hub, in Verbindung mit einem festen Stand nötig. Zum anderen wiegt ein reisefertiger Bus schon deutlich mehr, als man so denkt. Wir dürfen 3,5 Tonnen wiegen, und wir wiegen die auch. Somit war schnell klar, der Standard VW Wagenheber kann gern zuhause bleiben. Wir haben ihn eingelagert.

Statt dessen haben wir uns für einen Hydraulischen Teleskop-Wagenheber von Terranger entschieden. Wir haben lange gesucht, da dieser uns mit knapp über dreihundert Euro verdammt sportlich vorkam. Doch was soll ich sagen, wir haben nichts günstigeres gefunden, und sind für Tipps dankbar. Der von Terranger packt 5 Tonnen und hat eine ausgefahrene Gesamthöhe, inkl. Spindelhub: von 63,5 cm. Eine Adaptionsplatte für den hydraulischen Wagenheber, passend für VW T5, T6 und T6.1 ist ebenfalls im Programm. Diese verhindert Abrutschen von der Wagenheberaufnahme.

Wem das zu teuer ist, wir haben auch Gutes über den AIRJACK Luftwagenheber gehört. Doch Vorsicht, wenn voll dann voll. Danach gilt es abzustöpseln. Ansonsten gibt es wahrscheinlich  nur noch einen dicken Knall.

Der Hi-Lift First Responder ist natürlich ein Klassiker, wenn nicht sogar eine Legende unter den Wagenhebern. Zumal er mit dem entsprechenden Bergeset ebenfalls als Seilwinde eingesetzt werden kann. Doch Klassiker hin oder her. Für Klassiker wie Defender, Land Cruiser oder G-Klasse sicher die erste Wahl, doch für den T6 nicht geeignet. Zu groß ist die Gefahr, dass ich mir die Seite eindrücke. Schwer ist er auch noch.

Welcher eine Alternative sein könnte, ist der Hydraulik Stempelwagenheber von Yato. Dieser ist auf jeden Fall billiger. Ob er auch kann, was er verspricht, kann ich leider nicht sagen.

Ersatzrad | Reifen Reparatur Set

Früher habe ich immer darüber gelacht, wenn ich gesehen habe, dass jemand hinten auf seinem Bus ein Ersatzrad montiert hat. Nachdem wir in Deutschland drei Tage auf eine Antriebswelle eines nagelneuen T6.1 gewartet haben, ist mir das Lachen vergangen. Lieferengpässe sind selbst in Deutschland an der Tagesordnung. Was meint ihr, wie sich dies erst bei einer Sonderbereifung in Portugal, auf Sizilien oder Marokko auswirkt? 😭 Unsere BF Goodrich All-Terrain sind Stichtag heute, in Deutschland innerhalb von zwei bis drei Tagen versandfertig. Plus Postweg, da kann einem selbst im Matschloch schon mal das Wasser ausgehen. Und für den Tag, dass wir es dann doch mal als Anker vergraben müssen, ist es dann auch dabei.

Nachtrag: Man lernt ja nie aus. Nachdem wir auf unserer Tour durch die Pyrenäen gleich mehrfach einen platten Reifen verzeichnen konnten, gehen wir sogar noch einen Schritt weiter. Ab sofort ist ein Reifen Reparatur Set (Flick-Set) mit an Bord. Wussten vorher gar nicht, dass es so was gibt. Einfacher, als beim unserem Faltdach den Reifen zu flicken. Wen jedoch die Flanke zerstört ist, hilft auch dieses nicht. Deshalb werden wir auf der nächsten Expedition zusätzlich noch einen AT Reifen, sprich nur den Mantel mit aufs Dach schmeißen. Aufgezogen bekommt man den ja in fast jeder Werkstatt. 

Batterie

Strom ist und bleibt bei Campern ein heißes Thema. Wenn die Starterbatterie einmal leer ist, benötigt man Starthilfe. Hier helfen Powerbanks für unterwegs, sogenannte tragbare Auto Batterie Booster, mit Starthilfekabel und Überbrückungskabel. 

Diese müssen nur auf Dieselmotoren ausgelegt sein. Unsere von DB Power ist nicht mehr im Vertrieb. Doch wir haben eine Variante von NOCO gefunden. Dieses ist für Benziner bis zu 6-Liter- und 3-Liter-Dieselmotoren ausgelegt. 

Kompressor

Wer im Gelände Luft ablassen möchte, sollte einen Kompressor an Bord haben. Denn was auf Sand oder Schlamm Sinn machen mag, taugt nicht auf der Straße. Deshalb muss die Luft ja auch wieder rein. Wir benutzen den VIAIR 300P. Mit 65 Liter Förderleistung ein kompakter, und trotzdem sehr leistungsfähiger Kompressor vom Marktführer Viair.

Bord- & Spezialwerkzeug

Es geht auch schon mal etwas kaputt. Bei uns war es eine der hinteren Antriebswellen. Dies natürlich mitten im Gelände. Damit wir überhaupt geborgen werden konnten, musste diese erst einmal ausgebaut werden. Gott sei Dank war ich mit den richtigen Jungs unterwegs. Hätte nie gedacht, wie schnell so etwas geht, wenn man das richtige Werkzeug hat. Denn VW setzt gerne Vielzahn ein. Inzwischen ist der entsprechende Schlüsselsatz Innenvielzahn an Bord.

Ansonsten haben wir gängiges Werkzeug an Bord. Denn es gibt ja nicht nur am Bulli, sondern auch sonst ab und zu was zu schrauben, hämmern… Sicher wird jeder sein Werkzeug individuell zusammen stellen. Wir haben teilweise preiswertes Baumarkt Werkzeug dabei. Die 56-teilige Wisent Werkzeugtasche stammt z.B. vom BAUHAUS. Unser Zyklop Hybrid-Knarrensatz und die Maulschlüssel habe ich mir jedoch von Wera zugelegt. Sehr gutes Werkzeug und man gönnt sich ja sonst nichts. 

Was ihr auf jeden Fall nicht vergessen dürft, sind Panzerband, WD40 und Kabelbinder. Braucht man immer wieder! Auch Alu Hitzeschutzband kann nicht schaden, falls mal ein Schlauch abgedichtet werden muss. Ein Magnet, Teleskop Werkzeug Set und OBD2 Diagnosegerät setzen sicher etwas Schrauber-Erfahrung voraus. Die kleine Werkzeug-Rolle ist von der Firma Kriega.

Sicherungen

Was passt zum Thema Sicherheit, klar Sicherungen. Manchmal sind es die kleinen Dinge die unterwegs kaputt gehen. Ein defektes Birnchen ist das eine Thema. Doch eine Sicherung kann unterwegs so einiges außer Kraft setzen. Deshalb sollten bei Eurem Werkzeug nicht nur der entsprechende Satz Leuchtmittel dabei sein, sondern auch eine Auswahl an Sicherungen. Woran wir erst zum Schluss gedacht haben, dass auch unsere VB Airsuspension, das Luftfahrwerk eigene Sicherungen hat.

planBwagen VW T6.1 wird geborgen
Bordwerkzeug für VW T6.1 Camper
VW T6.1 SpaceCamper mit kinetischem Bergeseil

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