…heute nacht werden wir mehrfach vom heulenden Wind geweckt, immer wieder unterbrochen von prasselndem Regen. Zwischenzeitlich überlegen wir uns, das Aufstelldach zu schließen. – Doch wir sind uns nicht sicher worin die größere Gefahr besteht. Denn während des Schließvorgangs, dürfte das Dach am anfälligsten sein. Wir beschließen ausnahmsweise dem Motto “Never change a running system” zu vertrauen. Es geht gut.

Immer wieder hören wir Äste knacken. Ab und zu kracht es lauter. Umstürzende Bäume?

Doch wir bleiben unversehrt, zumindest von herabstürzenden Ästen und Bäumen. Dafür tropft es ordentlich herein. Immer wieder werden wir daran erinnert, dass es ein Zelt ist, was wir auf dem Dach haben.

Erst im Tageslicht, soweit man von Licht reden kann, denn alles ist grau in grau, merken wir welches Glück wir gehabt haben. In direkter Nähe ist ein Baum umgestürzt. Doch das noch größere Glück hatten unsere Nachbarn. Man möchte sich nicht die Frage stellen, was passiert wäre, wenn der Baum in die andere Richtung umgefallen wären. – Doch wenn er schon mal liegt, kann er auch direkt verfeuert werden.

Auch heute starte ich meinen Tag, mit einem kurzen Bad im Atlantik. Wobei ich mir das hätte besser sparen sollen, denn eigentlich wollte ich gar kein Peeling. Die Wellen sind so stark, dass sie mir schon auf den ersten zwei Metern die Beine weg ziehen. Diese Brecher tragen so viel Sand mit sich, dass ich heute auf die Badehose beim Duschen verzichte und vor allem damit beschäftigt bin den Sand runter zu spülen. Gerade als ich dabei bin mir den Schaum aus den Augen zu waschen, kommt ein Fahrzeug des Rettungsdienstes auf mich zu gefahren. Man schaut einmal nach dem Rechten. Sie beschließen, dem Nackedei ist nicht mehr zu helfen und fahren langsam weiter. – Ich bin immer wieder davon überrascht, wie tolerant die Portugiesen gegenüber dem Wagenvolk sind. Dass man sich darüber hinaus auch noch Sorgen macht, geht über die zu erwartende Gastfreundlichkeit weit hinaus.

Kurz drauf sitzen Torgit und ich gemeinsam eingemuckelt im Bulli und schauen in den Wald. Mit einer Tasse Kaffee in der Hand versuche ich wieder auf Betriebstemperatur zu kommen. Oft sind es Kleinigkeiten, die einen glücklich machen. Wir beide sind das jetzt und hier. Hatten wir noch vor einigen Wochen Angst, wie es wäre, auf so engem Raum, einen Tag im Regen zu verbringen? Es geht nicht nur, es geht gut, sehr gut. – So komme ich auch mal zum Blogschreiben.

Zwischendurch gehe ich kurz ans Feuer und wärme mich auf. Danach besuche ich einen der beiden Schotten vom Vortag und besichtige erst einmal seinen alten Airstreamer. Hierzu kämen mir direkt ein paar Ideen, was man mit so einem Gefährt alles machen könnte. Platz hätte man auch. Doch andererseits schränkt es die Mobilität deutlich ein. Ein Platz auf den Klippen wäre hiermit nicht möglich. Also weiter mit dem Projekt Spector.

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